Gartenpflege mit James-Nicholson

08
Dez
2016
Der Winterschnitt für Eure Hecke, jetzt ist der richtige Zeitpunkt!
Der Winterschnitt für Eure Hecke, jetzt ist der richtige Zeitpunkt!
  • Bianca Hoch
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  • Arbeitsjacke . Cordura . Gartenpflege . Heckenschnitt . Softshell . Winter .

Habt Ihr im nassen November auch verpasst Eure Hecke ums Grundstück zu schneiden?

Wir haben es immer vor uns hergeschoben, schon Ende Oktober wurde ein Samstag als Heckenschnitt-Tag auserkoren, an diesem lagen wir dann alle dank einer Magen-Darm-Grippe flach. An den darauffolgenden Wochenenden musste unser schneideverantwortlicher Papa entweder arbeiten oder es hat geregnet, bis heute. So stand unsere Hainbuchenhecke Anfang Dezember immer noch ziemlich traurig, unförmig und mittlerweile blattlos da. Doch darf man Hecken im Dezember überhaupt noch schneiden oder erfrieren die frischen Schnittstellen dann? Ich hab mich mal schlau gemacht:

Der perfekte Zeitpunkt für den Heckenschnitt und was Ihr dabei beachten solltet!

Grundsätzlich sollten alle Heckenarten spätestens im zweiten Jahr nach der Pflanzung in Form geschnitten werden, sie wachsen danach dichter und robuster und der erwünschte Sichtschutz wird auch früher erreicht, als wenn man die Hecke zunächst in die Höhe schießen lässt. Immergrüner Kirschlorbeer, der ja auch oft als Hecke gepflanzt wird, darf ruhig erst im vierten oder fünften Jahr geschnitten werden, weil er nicht so schnell wächst.

Laubhecken wie Hainbuche, Rotbuche oder Ahorn sollten nur in der Knospenruhe, also von Dezember bis März geschnitten werden.

Aber warum erst so spät?
Laubbäume lassen ihre Blätter erst fallen, wenn der gesamte Saft in den Stamm zurückgeflossen ist, dann wird automatisch der Nährstoffkanal verschlossen und in der Folge fallen die Blätter ab. Wenn man also die kahle Hecke schneidet verletzt man sie damit am wenigsten, auch die Schnittstellen trocknen und heilen in der Ruhephase schneller, weil weniger Saft durch die Äste fließt. Allerdings sollte kurz vor und nach dem Schnitt kein Frost unter -5 Grad herrschen, auch nicht nachts, sonst könnten die geschnittenen Äste erfrieren und abbrechen.

Immergrüne Hecken wie Liguster, Thuja, Buchs oder Kirschlorbeer dürfen sogar zweimal im Jahr geschnitten werden, am besten im Frühjahr vor dem Austrieb neuer Blätter und je nach Wachstum nochmals im Herbst vor dem ersten Frost. Diese Arten sind robust gegen Kälte, wenn sie im Boden verpflanzt sind halten sie Temperaturen bis -10 Grad spielend aus. Sinkt das Quecksilber noch weiter wird es dem Kirschlorbeer jedoch auch zu kalt, er reagiert dann wie ein Laubbaum und entzieht den Blättern den Saft, um den Stamm zu stärken. Die Blätter werden rot und fallen irgendwann sogar ab. Dann hilft nur ein radikaler Rückschnitt im Frühjahr, sodass der Baum wieder frisch austreiben kann. Unser Kirschlorbeer musste dieses Schicksal vor einigen Jahren bei Nächten von -18 Grad erleiden und bekam in der Folge auch noch eine Pilzkrankheit. Mühsames Aufpäppeln und der Einsatz eines Pilzmittels haben ihm schließlich geholfen, sich im Laufe des Sommers zu erholen.

Wie hat der Schnitt zu erfolgen?

Radikale Rückschnitte dürfen übrigens von März bis September nur in Bäumen oder Hecken erfolgen, in denen keine Vögel nisten. Wir haben jedes Jahr etliche Vogelnester in unseren Bäumen, weshalb wir eigentlich immer erst Ende Oktober schneiden, sobald alle Bewohner ausgezogen sind. In Form schneiden ist jedoch das ganze Jahr erlaubt, lest hier worauf Ihr dabei achten solltet:

  • Besser nicht an sonnigen, sehr heißen Tagen schneiden, die Schnittwunden vertrocknen sonst, Blattspitzen werden braun und unansehlich.
  • Auch nicht an Regentagen schneiden, die Nässe begünstigt das Eindringen von Pilzen.
  • Auf richtiges Werkzeug achten: Für kleine Hecken sind akku-oder kabelbetriebene Heckenscheren ideal. In größeren Gärten greift man besser zu benzinbetriebenen Geräten, dabei steigt jedoch der Geräuschpegel.
  • Womit auch immer geschnitten wird, die Messer der Schere und auch manuelle Astscheren sollten scharf sein, sonst werden die Äste zu stark gequetscht oder gar zerrissen, was den Pflanzen natürlich nicht gut bekommt.
  • Eine Schnur in der gewünschten Heckenhöhe zu spannen hilft ungemein, denn auf der Leiter verliert man schnell den Blick für Symmetrie.
  • Schneiden in Trapezform: Dabei bleibt eine breitere Basis am Boden bestehen, die nach oben hin schmaler wird. So gelangen Sonnenstrahlen und Regen bis zum Boden und die Hecke bleibt auch im unteren Drittel grün.
  • Auf die richtige Kleidung achten: Besonders beim Schnitt der giftigen Thuja sollte langärmelige Kleidung und Handschuhe getragen werden, sonst kommt es an den Unterarmen unausweichlich zu unangenehmen Reizungen. Aber auch alle anderen Bäume und Hecken können an frisch geschnittenen Ästen empfindliche Kratzer verursachen. Besonders beim Bündeln und Abtragen des Schnittmaterials empfiehlt sich deshalb eine robuste Arbeitshose, je nach Witterung ergänzt um eine funktionale und praktische Arbeitsweste oder Jacke. Das an besonders beanspruchten Stellen verwendete Cordura® hält sogar Dornen und Stacheln spielend stand.

Habt Spaß in Eurem Garten und denkt trotz der unangenehmen Arbeit dran, Eure Hecke wird es Euch im nächsten Jahr mit sattem Grün und reichlich Austrieb danken!

Als Mutter von zwei Söhnen bin ich ständig in Action, wir sind eine sportliche Familie und probieren alles aus, was Spaß macht. Wir lieben die Natur und unsere Schwäbische Alb!

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